Die geheime Welt von Liena und
ihren Kindern
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Kapitel 1 – Der Baumstamm aus dem Meer
Tief
in
einem
Urwald,
wo
hohe
Bäume
den
Himmel
berührten
und
die
Vögel
Geheimnisse
flüsterten,
stand
ein
alter,
hohler
Baum.
Er
hatte
schon
tausende
Jahre
gesehen
und
gehört,
doch
so
etwas
Besonderes
war
ihm
noch nie begegnet.
Eines
Morgens
erschienen
drei
weiße
Gestalten
zwischen
den
Farnen.
Im
ersten
Sonnenlicht
sahen
sie
aus
wie
weiße
Bären,
doch
wer
genauer
hinsah,
erkannte
riesige
Hunde, weich wie Wolken.
Der
hohle
Baum
brummte
neugierig
mit
seiner
tiefen Stimme:
„Wer seid ihr? Und woher kommt ihr?“
Mama
Liena
trat
nach
vorne.
Ihre
Augen
strahlten
Wärme
und
Weisheit
aus.
Neben
ihr
trottete
Iza,
ein
fröhlicher
weißer
Riese,
und
Bente,
der
kleine
Wirbelwind,
der
niemals
stillstehen konnte.
Und
Mama
Liena?
Sie
war
die
Weise.
Sie
wusste
immer
einen
Rat,
egal
wie
schwierig
etwas
schien.
Ihre
Stimme
war
ruhig
und
warm,
wie
eine
weiche
Decke.
Wenn
Iza
oder
Bente
etwas
spannend
fanden,
mussten
sie
sie
nur
ansehen,
und schon fühlten sie sich wieder sicher.
Der hohle Baum brummte zufrieden.
„Was
für
eine
besondere
Familie
ihr
seid“,
sagte
er.
„Ein
Wirbelwind,
ein
Träumer
und
eine
weise
Mutter.
Zusammen
könnt
ihr
die
schönsten
Abenteuer
erleben.
Denn
gerade
weil
ihr
so
unterschiedlich
seid,
passt
ihr
perfekt zueinander.“
Der hohle Baum nickte langsam.
„Ich
werde
euch
helfen“,
sagte
er.
„Denn
in
diesem
Urwald
gibt
es
Geheimnisse,
die
nur
Freunde entdecken können.“
Und
so
begann
das
erste
Abenteuer
von
Liena,
Iza
und
Bente
–
eine
Reise
voller
flüsternder
Bäume,
singender
Blumen
und
der
Geheimnisse des Meeres
Kapitel 2 – Kinder der Herde
Vor
langer
Zeit,
in
einer
stillen
Nacht
im
alten
hölzernen
Schafstall,
geschah
etwas
ganz
Besonderes.
Während
der
Mond
sanft
durch
einen
Spalt
im
Dach
hineinschien,
wurden
zwei
flauschige Welpen geboren.
Mama
Liena
schaute
ihre
Kinder
liebevoll
an.
Den
größten
nannte
sie
Iza,
ihren
fröhlichen
Riesen,
und
den
kleinsten
Bente,
ihren
Wirbelwind.
Doch
sie
waren
nicht
die
Einzigen,
die
sich
über
die
Ankunft
der
Welpen
freuten.
Die
Schafe
im
Stall
scharrten
neugierig
näher
heran.
Einer
nach
dem
anderen
streckten
sie
ihre
weichen
Nasen
vor.
Vorsichtig
gaben
sie
den
Welpen
kleine
Leckchen
auf
die
Köpfchen,
als
wollten
sie sagen:
„Willkommen, ihr gehört zu uns.“
l
Von
diesem
Moment
an
waren
die
Schafe
und
die
Welpen
eine
Familie.
Wenn
Iza
oder
Bente
piepsten,
stellten
sich
die
Schafe
ruhig
um
sie
herum.
Manchmal
kuschelte
sich
sogar
ein
Lamm an sie, um gemeinsam zu schlafen.
Bente
liebte
das
sehr.
Oft
lag
sie
auf
einem
wolligen
Schaf,
als
wäre
es
ihr
eigenes
Kissen.
Einmal
rutschte
sie
sogar
von
einem
Rücken
herunter,
plumpste
ins
Stroh
und
schaute
verwirrt
um
sich.
Das
Schaf
blökte
leise,
als
würde es kichern. Alle mussten lachen.
Die
Tage
vergingen,
und
die
Welpen
wuchsen
mitten
in
der
Herde
auf.
Für
die
Schafe
waren
sie
keine
Hunde
—
nein,
sie
waren
Kinder
der
Herde.
Die Wächter in Aktion
Doch
am
Abend,
wenn
die
Sonne
sank
und
der
Himmel
rosa
und
violett
wurde,
veränderte
sich
alles.
Dann
traten
die
Wächter
in
Aktion.
Die
kleinen
Hütehundwelpen,
die
tagsüber
gespielt
hatten,
durften
sich
ausruhen.
Die
Pyrenäenberghunde übernahmen.
Mama
Liena
ging
auf
den
Hügel,
von
dem
aus
sie
alles
überblicken
konnte.
Iza
legte
sich
an
den
Pfad,
der
zum
Wald
führte.
Und
Bente
…
nun
ja,
sie
rannte
hin
und
her,
immer
bereit,
Alarm
zu
schlagen.
Sie
wussten
genau,
was
sie
zu
tun
hatten,
ohne
dass
es
ihnen
jemand
beibringen musste.
Der Radfahrer und der weiße Riese
An
einem
Abend
kamen
Radfahrer
vorbei.
Ihre
Lichter
wackelten
wie
Glühwürmchen.
Als
ein
Radfahrer
der
Herde
zu
nahe
kam,
sprang
Iza
auf und bellte laut:
„Bis hierher und nicht weiter!“
Der
Radfahrer
blickte
auf
und
…
sah
einen
riesigen
weißen
Riesen
vor
sich.
Durch
sein
dickes,
flauschiges
Fell
wirkte
Iza
fast
doppelt
so
groß.
Der
Radfahrer
erschrak
so
sehr,
dass
er beinahe vom Sattel fiel und hastig weitertrat.
Bente kugelte lachend durch das Gras.
„Haha,
hast
du
sein
Gesicht
gesehen?
Er
dachte,
du wärst ein weißer Berg auf Beinen!“
Sogar
Mama
Liena
musste
lächeln,
auch
wenn
ihr Blick streng blieb.
Das
Rascheln,
das
sie
zuvor
gehört
hatten,
kehrte
zurück.
Doch
diesmal
war
es
schwerer,
bedrohlicher.
Zwei
gelbe
Augen
funkelten
zwischen
den
Sträuchern.
Ein
Wolf
trat
langsam
aus
dem
Schatten
hervor.
Sein
Fell
war
dunkelgrau,
seine
Bewegungen
leise
und
berechnend.
Die
Schafe
wurden
unruhig.
Sie
blökten
leise
und rückten dichter zusammen.
Iza
sprang
auf.
Seine
Brust
wirkte
wie
eine
Mauer,
sein
Fell
ließ
ihn
noch
größer
erscheinen.
Er
hob
den
Kopf
und
bellte
laut.
Einmal. Zweimal. Dreimal.
„Das ist deine Warnung!“
Der
Wolf
blieb
stehen,
seine
Augen
bohrten
sich
in
die
Herde.
Dann
setzte
er
einen
Schritt
nach vorne.
“A Pyrs Love story never ends…” du domaine de Blanche-Neige
Copyright
Dann
erklang
Mama
Lienas
Stimme,
tief
und
kraftvoll:
„Bis hierhin und keinen Schritt weiter.“
Sie
kam
den
Hügel
hinab,
den
Kopf
erhoben,
der
Blick
unbeugsam.
Ihre
Pfoten
setzten
ruhig,
aber
entschlossen
Schritt
für
Schritt
in
Richtung des Wolfs.
Bente,
klein,
aber
mutig,
sprang
nach
vorne
und
ließ ihr scharfes Welpenbellen hören.
„Ja! Geh weg, du!“ rief sie tapfer.
Der
Wolf
knurrte,
doch
er
zögerte.
Vor
ihm
stand
kein
gewöhnlicher
Hund,
sondern
eine
Familie
von
Wächtern.
Eine
weise
Mutter,
ein
fröhlicher
Riese
und
ein
kleiner
Wirbelwind
–
gemeinsam stärker, als er es je erwartet hätte.
Iza
machte
noch
einen
Schritt
nach
vorne.
Sein
Schatten
wirkte
wie
der
eines
Riesen,
der
das
ganze
Tal
beschützte.
Er
ließ
ein
tiefes
Knurren
hören,
so
kraftvoll,
dass
selbst
der
Boden
leicht
bebte.
Der
Wolf
kniff
die
Augen
zusammen.
Dann
drehte
er
sich
um,
verschwand
zurück
im
Wald
und ließ nur Stille hinter sich.
Die
Schafe
seufzten
erleichtert.
Einige
traten
zu
Iza
und
Bente
und
drückten
ihre
Nasen
sanft
in ihr Fell, als wollten sie sagen:
„Danke, ihr Kinder der Herde.“
Bente sprang fröhlich in die Luft.
„Hast
du
das
gesehen?
Er
hat
sich
nicht
getraut,
uns anzugreifen!“
Mama Liena lächelte.
„Das
liegt
daran,
dass
wir
einander
haben.
Gemeinsam sind wir stark.“
Und
so
wachten
die
Wächter
des
Tals
in
dieser
Nacht
weiter.
Ihre
Herzen
waren
ruhig,
ihre
Augen
wachsam.
Denn
wo
die
Herde
schlief,
blieben sie wach – immer.
Die
Sonne
stand
hoch
am
Himmel,
und
die
Wiese
war
voller
Leben.
Die
Lämmer
tollten
fröhlich
umher,
sprangen
in
die
Luft
und
rannten einander lachend hinterher.
Bente rannte mitten hinein.
„Jippie!“, rief sie. „Wer kann mich fangen?“
Die
Lämmer
blökten
vergnügt
und
hüpften
hinter
ihr
her.
Sie
kugelten
übereinander,
ihre
kleinen Beine wackelig, aber voller Freude.
Mama
Liena
beobachtete
das
lächelnd
vom
Hügel aus.
„Sie
gehören
wirklich
zusammen“,
sagte
sie
leise. „Kinder der Herde.“
Doch
Iza,
der
fröhliche
Riese,
saß
mit
erhobener Nase da. Seine Ohren zuckten.
„Was rieche ich nur?“, murmelte er.
Iza lachte breit.
„Ich
hatte
mich
verirrt
…
aber
mein
Herz
hat
mich zurückgebracht. Das ist unser Instinkt.“
Der Hirte schüttelte lächelnd den Kopf.
„Du
bist
wirklich
ein
Riese,
Iza.
Urstark
und
eigensinnig.
Du
gehst
manchmal
deinen
eigenen
Weg
–
aber
zum
Glück
findest
du
immer zurück.“
Mama Liena nickte weise.
„So
sind
Pyrenäenberghunde.
Sie
beschützen,
sie
gehen
ihren
eigenen
Weg
…
doch
ihr
Herz
gehört immer zur Herde.“
Am
Abend,
als
die
Sonne
unterging,
lagen
Iza,
Bente
und
Liena
zwischen
den
Lämmern.
Und
die
Schafe
flüsterten
leise
mit
ihrem
Blöken,
als
wollten sie sagen:
„Wir
sind
eine
Familie.
Und
gemeinsam
sind
wir
sicher
Kapitel 5 - Der verborgene Pfad
Die
Morgensonne
schien
sanft
durch
die
Bäume.
Mama
Liena
führte
Iza
und
Bente
den
Waldweg
entlang.
Es
war
still;
die
Schafe
lagen
sicher im Tal.
„Heute“,
sagte
Liena,
„zeige
ich
euch,
dass
der
Wald
voller
Geheimnisse
ist.
Aber
ihr
müsst
gut
aufpassen,
denn
nicht
jeder
Weg
führt
euch
dorthin, wo ihr sein möchtet.“
Bente hüpfte fröhlich umher.
„Ich will alle Wege sehen!“, rief sie.
Iza
lächelte.
Seine
großen
Pfoten
setzten
fest
auf, als könnte er die ganze Welt tragen.
Plötzlich
blieb
er
stehen.
Seine
Augen
wurden
groß.
„Dort! Seht ihr das?“, fragte er
Und
tatsächlich
…
durch
Izas
kleinen
Umweg
entdeckten
sie
etwas
Wunderschönes:
Hinter
dem
Bach
lag
eine
Lichtung
voller
Blumen,
die
im
Morgenlicht
sanft
leuchteten.
Es
sah
aus
wie
ein magischer Garten.
„Siehst
du!“,
rief
Iza
stolz.
„Wenn
man
seinen
eigenen
Weg
geht,
findet
man
die
schönsten
Dinge.“
Bente hüpfte durch die Blumen.
„Wow! Es ist, als würden sie singen!“
Mama Liena lächelte.
„Manchmal
bringen
eigene
Wege
uns
in
Schwierigkeiten … und manchmal zu Wundern.“
Sie
blieben
noch
eine
Weile
in
dem
magischen
Garten
und
lauschten
dem
Flüstern
der
Blumen.
Und
als
sie
schließlich
zum
Pfad
zurückkehrten,
wussten
sie:
Dieses
Abenteuer
würden sie niemals vergessen.
“A Pyrs Love story never ends…” du domaine de Blanche-Neige
Copyright
Kapitel 6 - Überraschungen eines Riesen
In
der
ganzen
Talregion
wusste
man
es
inzwischen:
Ein
Pyrenäenberghund
tut
selten
genau
das,
was
man
erwartet.
Man
kann
„links“
sagen
–
und
er
wählt
fröhlich
rechts.
Man
ruft:
„Bleib
hier!“
–
und
wenig
später
steht
er
auf
der
anderen Seite der Wiese.
Mama Liena lächelte dann oft und sagte:
„Sie
sind
klug.
Sehr
klug.
Aber
auch
eigensinnig.
Sie
denken
selbst
–
und
genau
das
macht
sie
so
besonders.“
Der Toilettenwasser-Streich
Eines
Tages
stellte
der
Hirte
einen
Eimer
Wasser neben den Stall.
„Frisches
Wasser
für
die
Hunde“,
sagte
er
zufrieden.
Bente
tappte
neugierig
zum
Eimer.
Sie
schnupperte,
streckte
die
Zunge
heraus
–
und
drehte dann den Kopf weg.
„Hm … nein. Langweilig.“
Iza grinste.
„Ich kenne etwas viel Leckereres!“
Vor
dem
Stall
stand
nämlich
ein
kleines
Häuschen
…
das
Badezimmer.
Die
Tür
stand
einen
Spalt
offen.
Iza
schob
sie
mit
seiner
großen Nase auf.
„Komm,
Schwesterchen!“,
rief
er.
„Toilettenwasser schmeckt viel besser!“
Noch
bevor
der
Hirte
etwas
sagen
konnte,
standen
die
beiden
weißen
Riesen
mit
ihren
Köpfen über der Toilette.
Schlürf, schlürf!
Der Hirte schlug sich die Hände vor die Augen.
„Unglaublich
…
ihr
habt
überall
Wasser,
aber
nein – natürlich müsst ihr genau das nehmen.“
Bente kicherte, die Schnauze ganz nass.
„Es ist einfach abenteuerlicher!
Immer für Überraschungen
Und genau so waren Iza und Bente.
Manchmal
schien
es,
als
würden
sie
genau
das
tun,
was
der
Hirte
sagte
–
bis
sie
ihm
plötzlich
ihre ganz eigene Version davon zeigten.
Als
der
Hirte
einmal
rief:
„Kommt
nach
rechts!“,
bog Iza fröhlich nach links ab.
„Links
ist
viel
spannender“,
meinte
er
und
ging
seinen eigenen Weg.
Oder
damals,
als
der
Hirte
dachte,
Iza
würde
brav hinter ihm herlaufen.
Doch
Iza
zog
so
kräftig
an
der
Leine,
dass
der
Hirte fast eine Rolle im Gras machte.
„Ups“, grinste Iza. „Ich bin einfach zu stark.“
Der Vorteil, eigensinnig zu sein
In
derselben
Nacht
zeigte
sich,
dass
Eigensinn
auch ein Vorteil sein kann.
Die
Schafe
schliefen
ruhig
unter
dem
Sternenhimmel.
Liena
wachte
auf
dem
Hügel,
Bente
lief
leise
über
die
Wiese.
Der
Hirte
dachte,
Iza
liege
neben
ihm
–
doch
Iza
war
verschwunden.
„Typisch
Iza“,
murmelte
der
Hirte.
„Immer
sein
eigener Plan.“
Da
bewegte
sich
eine
dunkle
Gestalt
am
Waldrand.
Ein
Fuchs
schlich
sich
näher
an
die
Lämmer heran.
Noch
bevor
jemand
reagieren
konnte,
sprang
Iza
hinter
den
Sträuchern
hervor.
Er
hatte
den
Fuchs
längst
bemerkt.
Mit
einem
einzigen
lauten
Bellen
jagte
er
ihn
in
die
Nacht
zurück
–
weit weg von der Herde.
Und
plötzlich
wusste
jeder:
Izas
eigener
Weg
hatte die Herde gerettet.
Mama Liena lächelte, als sie das sah.
„Siehst
du“,
sagte
sie
zum
Hirten,
„manchmal
wirkt
seine
Eigensinnigkeit
schwierig
…
aber
genau
das
macht
ihn
zum
besten
Wächter.
Er
sieht Dinge, die andere nicht sehen.“
Bente hüpfte stolz um ihren Bruder herum.
„Unser
fröhlicher
Riese
überrascht
uns
immer!
Und zum Glück überrascht er auch die Feinde.“
Und
so
schlief
die
Herde
in
dieser
Nacht
wieder
ruhig
weiter
–
sicher
unter
dem
Schutz
ihrer
besonderen
Wächter:
klug,
eigensinnig
und
doch immer treu
Kapitel 7 – Der Geburtstag des Hirten
Die
Sonne
schien
festlich
über
das
Tal.
Heute
war
ein
besonderer
Tag:
Der
Hirte
hatte
Geburtstag!
Vor
dem
Stall
stand
ein
großer
Tisch
voller
Leckereien,
und
überall
hingen
fröhliche
Girlanden
aus
Stroh
und
Blumen.
Die
Schafe
blökten,
als
wollten
sie
selbst
ein
Geburtstagslied
singen.
Mama
Liena,
Iza
und
Bente
waren
natürlich
auch
dabei.
Neugierig
liefen
sie
zwischen
den
Gästen
umher.
Bente
wedelte
mit
dem
Schwanz,
als
wolle
sie
jeden
persönlich
begrüßen,
und
Iza
–
der
fröhliche
Riese
–
legte
sich
ruhig
neben
den
Tisch,
seinen
großen
Kopf
sanft
zwischen
die
Beine
der
Besucher.
Der Hirte lachte breit.
„Kommt
näher,
Freunde!
Heute
feiern
wir
nicht
nur
meinen
Geburtstag,
sondern
auch
unsere
treuen Wächter.“
Die
Gäste
waren
andere
Bauern
mit
ihren
Schafen
und
Pyrenäenberghunden.
Und
wie
es
so
ist, begannen sie bald, Geschichten zu erzählen.
Das Schleich-Abenteuer
Der Bauer erzählte weiter:
„Und
noch
etwas
–
man
kann
sie
nicht
zu
lange
allein
lassen.
Einmal
begann
mein
Hund
zu
bellen,
und
als
ich
nach
Hause
kam
…
hatte
er
meinen
Schuh
gefressen!
Na
ja,
zumindest
die
Hälfte.
Und
er
schaute
mich
dabei
an,
als
wollte er sagen: Ich habe dich vermisst!“
Alle lachten laut.
Mama Liena lächelte warm.
„Ja,
so
sind
wir.
Stark,
treu,
klug
…
und
manchmal ein kleines bisschen frech.“
Das
Geburtstagsfest
ging
weiter,
bis
die
Sonne
unterging.
Die
Geschichten
wurden
lustiger,
das
Lachen
lauter,
und
die
Hunde
lagen
zufrieden
zwischen
den
Gästen.
Die
Schafe
schliefen ruhig im Stall, gut beschützt.
So
wurde
der
Geburtstag
nicht
nur
ein
Fest
für
den
Hirten,
sondern
ein
Fest
voller
Geschichten
–
über
die
wunderbaren
Pyrenäenberghunde
Kapitel 8 – Iza und die Reise über das Wasser
In
dieser
Nacht
schlief
Iza
tief
und
fest.
Die
Schafe
waren
sicher
im
geschlossenen
Stall,
und
zum
ersten
Mal
musste
er
nicht
wachen.
Doch
in
seinem
Traum
begann
ein
großes
Abenteuer.
Er
lief
am
Fluss
hinter
dem
Stall
entlang
und
rutschte
auf
einem
losen
Stein
aus.
Platsch!
Das
kalte
Wasser
riss
ihn
mit.
Der
Fluss
wurde
immer
wilder,
bis
er
sich
an
einem
dicken
Baumstamm
festhalten
konnte.
Er
kletterte
hinauf
und
trieb
weiter,
immer
weiter,
bis
er
das
Meer erreichte.
Die
Wellen
schlugen
hoch.
Der
Wind
blies
stark, und Iza spürte Angst.
„Bellen
hilft
jetzt
nicht
…
ich
muss
mich
selbst
retten“,
dachte
er.
Also
blieb
er
ruhig
auf
dem
Baumstamm
liegen,
den
Kopf
erhoben,
und
vertraute auf seine Klugheit und seine Stärke.
Plötzlich
tauchte
neben
ihm
eine
Schildkröte
auf.
„Was
machst
du
hier,
großer
Riese?“,
fragte
sie erstaunt.
Iza erzählte ihr seine Geschichte.
„Komm
einfach
hinter
mir
her“,
sagte
die
Schildkröte
freundlich.
„Ich
halte
dir
Gesellschaft.“
Doch
nicht
lange
danach
erschienen
Haie.
Bedrohlich
kreisten
sie
um
den
Baumstamm
und
packten
die
Schildkröte.
Iza
sprang
auf,
sein
Fell
bauschte
sich
wie
eine
Wolke,
und
er
bellte
so
laut,
dass
die
Haie
erschrocken
davontauchten.
Die
Schildkröte
war
verschwunden,
doch
Iza
fühlte
sich
stolz:
Sein
Mut hatte sie vertrieben.
Stunden später kamen fröhliche Delfine heran.
„Halte
dich
gut
fest,
wir
schieben
dich
ans
Ufer!“, riefen sie.
Und
so
geschah
es:
Mit
kräftigen
Sprüngen
brachten
sie
den
Baumstamm
immer
näher
an
das Land
Doch
dann
erschien
ein
großes
Piratenschiff.
Ein
Netz
wurde
herabgeworfen,
und
ehe
Iza
es
begriff,
hing
er
zwischen
den
Masten.
Die
Piraten
wollten
ihn
festhalten,
doch
Iza
knurrte
laut
und
zeigte seine Zähne.
„Ich
will
zurück
zu
meiner
Familie“,
bellte
er.
„Ihr
bringt mich in den Hafen.“
Die
Piraten,
eingeschüchtert
von
seiner
Kraft,
taten genau das.
Am
Kai
sprang
Iza
an
Land
–
direkt
auf
den
Fischmarkt.
Dort
traf
er
eine
freundliche
Frau
namens
Toschi.
Sie
hörte
geduldig
seiner
Geschichte
zu
und
gab
ihm
kleine
Fische.
Zum
ersten
Mal
bellte
er
einen
Fremden
nicht
an
–
da
war Vertrauen.
Am
Abend
schrieb
Toschi
Izas
Abenteuer
in
die
sozialen
Medien.
Und
weit
weg,
in
den
französischen
Pyrenäen,
wo
der
Hirte
lebte,
erschien eine Nachricht:
„Das
ist
Iza,
mein
fröhlicher
Riese!
Morgen
komme ich mit dem Boot, um ihn abzuholen
Kapitel
10
–
Wie
die
großen
weißen
Pyrenäenberghunde die Berge bewachten
Vor
sehr
langer
Zeit,
als
die
Berge
noch
stiller
waren
und
die
Nächte
dunkler,
lebten
in
den
französischen
Pyrenäen
die
ersten
großen
weißen Hunde.
Die Menschen nannten sie liebevoll Patou.
Sie
hatten
dickes,
weiches
Fell
wie
Wolken,
starke Pfoten und kluge Augen, die alles sahen.
Am
Tag
lagen
sie
ruhig
zwischen
den
Schafen,
als gehörten sie selbst zur Herde.
Doch
sobald
die
Sonne
unterging,
wurden
sie
zu Wächtern der Nacht.
Ihr
weißes
Fell
leuchtete
im
Mondlicht,
und
ihr
tiefes Bellen rollte wie Donner durch die Täler.
So wussten alle Tiere:
Die Herde ist sicher.
Hier darf niemand näherkommen
Die Wächter der Herde
Der Patou liebte seine Schafe.
Er
kannte
sie
alle
–
am
Geruch,
an
der
Stimme
und am Klang ihrer Schritte.
Nachts
stieg
er
auf
einen
Hügel,
um
alles
überblicken zu können.
Von
dort
aus
hielt
er
Wache,
die
Ohren
gespitzt,
die Nase im Wind.
Wenn
ein
Wolf
sich
aus
dem
Wald
heranschlich,
blieb er zuerst ganz still. Dann bellte er einmal.
Der Wolf blieb stehen.
Noch einmal.
Der Wolf drehte sich um und verschwand.
Manchmal
kamen
zwei
oder
drei
Wölfe
zugleich.
Doch auch dann hielt der Patou stand.
Seine
Freunde
kamen
ihm
zu
Hilfe,
und
gemeinsam
bildeten
sie
eine
weiße
Mauer
aus
Mut und Kraft.
Die
Schafe
schliefen
ruhig
weiter,
dicht
aneinandergedrängt, denn sie wussten:
Ihre Wächter würden niemals schlafen.
Die Wächter der Schlösser
Nicht
nur
Schafe,
auch
Schlösser
und
Landgüter
vertrauten
den
großen
weißen
Hunden.
Nachts
gingen
sie
lautlos
über
die
Höfe,
ihre
Pfotenschritte kaum zu hören.
Sie
hörten
jede
Bewegung:
einen
raschelnden
Mantel,
einen
fallenden
Stein,
das
leise
Klacken
von Stiefeln im Kies.
Dann
richteten
sich
ihre
Ohren
auf,
und
ihre
Augen funkelten im Dunkeln.
Mit
einem
einzigen
tiefen
Knurren
wussten
Eindringlinge genug:
Hier kommst du nicht vorbei.
Die
Menschen
in
den
Schlössern
schliefen
ruhig,
denn
draußen
wachten
ihre
weißen
Riesen.
Die Boten der Berge
Der
Patou
war
nicht
nur
mutig,
sondern
auch
klug.
In
den
alten
Pyrenäendörfern
half
er
den
Menschen, wenn der Schnee alles bedeckte.
Er
brachte
Vorräte
zu
Häusern,
die
eingeschneit
waren,
und
trug
sogar
geheime
Briefe
von
Dorf
zu Dorf.
Selbst bei Sturm und Kälte fand er seinen Weg.
Sein
dichtes
Fell
hielt
ihn
warm,
und
sein
Herz
führte ihn immer nach Hause.
Doch
dann
kam
eine
Zeit,
in
der
die
Welt
gefährlich wurde.
Es war die Zeit des Zweiten Weltkriegs.
Die
Berge
waren
still
und
kalt,
doch
im
Dunkeln
geschahen wichtige Dinge.
Die
Hirten
flüsterten
einander
Nachrichten
zu,
die niemand sonst hören durfte.
Und wer brachte diese Botschaften weiter?
Der Pyrenäenberghund.
Der Kampf mit dem Bären
Es
gab
einmal
einen
Bären,
groß
und
gefährlich,
der die Herden angriff.
Die Hirten hatten Angst.
Doch der Patou nicht.
In
einer
Nacht,
bei
vollem
Mond,
kam
der
Bär
brüllend aus dem Wald.
Die
Schafe
wollten
fliehen,
doch
der
Patou
blieb
stehen.
Sein
Fell
wehte
im
Wind,
und
er
bellte
so
laut,
dass der Berg davon erzitterte.
Dann kamen zwei weitere Patous dazu.
Gemeinsam
trieben
sie
den
Bären
den
Berg
hinunter,
immer
weiter,
bis
er
nie
wieder
zurückkehrte.
Der Hirte sagte stolz:
„Ein
Patou
ist
mutig
–
aber
drei
zusammen
sind
unbesiegbar.
Wächter für immer
Seit
jener
Zeit
nennen
die
Menschen
sie
die
Wächter der Berge.
Sie
beschützen
nicht
nur
die
Schafe,
sondern
auch
die
Menschen,
die
Häuser
und
sogar
die
Geheimnisse der Pyrenäen.
Sie tragen keine Schwerter und keine Schilde –
nur ihr Herz, ihre Treue und ihren Mut.
Und
wenn
du
eines
Tages
durch
die
Berge
wanderst und den Wind heulen hörst,
dann lausche genau …
Vielleicht
hörst
du
das
leise
Bellen
der
Patous,
die noch immer wachen –
unsichtbar, aber immer ganz nah.
Die Wächter der Berge.
Die Helden aus Schnee und Stille.
Epilog – Die Lehre der Wächter
Wenn die Sonne hinter den Bergen versinkt
und der Abendwind durch das Tal singt,
dann scheint es, als könne man sie noch sehen:
Liena,
Iza
und
Bente,
ruhend
zwischen
den
Schafen.
Ihre
Augen
halb
geschlossen,
ihre
Herzen
weit
offen.
Denn selbst in der Stille wachen sie noch.
Sie haben uns etwas Wichtiges gelehrt –
etwas, das nicht in Worte passt,
sondern in Taten, in Liebe, in Vertrauen.
Sie zeigten uns,
dass
Mut
nicht
bedeutet,
niemals
Angst
zu
haben,
sondern etwas zu tun, obwohl man Angst hat.
Und dass Treue nicht heißt zu folgen,
sondern zu bleiben –
bei denen, die man liebt, egal was geschieht
Epilog – Fortsetzung
Dass Intelligenz nicht nur bedeutet, klug zu sein,
sondern
auch
zu
wissen,
wann
man
zuhören
muss
und wann man seinem Gefühl vertrauen darf.
Und vielleicht das Schönste von allem:
dass
in
jedem
von
uns
ein
kleines
Stück
Patou
lebt.
Ein wenig Wachsamkeit, ein wenig Sanftmut
und
ein
Herz,
das
beschützen
will,
was
kostbar
ist.
Wenn du also eines Tages durch die Berge gehst
oder am Abend den Wind heulen hörst,
dann denk an die Wächter der Welt:
an Liena, Iza und Bente –
und an alle Pyrenäenberghunde,
die
mit
ihrer
stillen
Kraft
die
Welt
ein
wenig
sicherer machen.
Denn wahre Helden tragen kein Schwert.
Sie tragen Liebe, Treue
und ein flauschiges, weißes Fell.