Pyrenäenberghund
Häufig gestellte Fragen
(FAQ)
Worauf sollte man achten, wenn
man einen Pyrenäenberghund-
Welpen kauft?
Einen Pyrenäenberghund kauft man nicht
„einfach so“.
Diese Rasse ist kein Kompromiss und kein Hund,
der sich problemlos jeder Lebenssituation
anpasst.
Der wichtigste Schritt kommt noch vor dem
ersten Besuch beim Züchter:
Du musst dir ehrlich beantworten, wofür du
diesen Hund in dein Leben holen möchtest.
Möchtest du einen Pyrenäenberghund, der:
•
eng im Familienleben eingebunden ist
•
täglich Kontakt zu Menschen hat
•
im Haus lebt und Teil des Alltags ist
Oder suchst du einen Hund für:
•
reine Bewachung
•
Haltung außerhalb des Hauses
•
wenig menschlichen Kontakt
Beides sind völlig unterschiedliche
Voraussetzungen – und führen zu völlig
unterschiedlichen Hunden.
Deshalb verweisen wir hier bewusst auf die
verschiedenen Typen innerhalb der Rasse
(siehe Rassemerkmale – Typen & Verhalten).
Der erste Eindruck sagt mehr als tausend Worte
Wenn du einen Züchter besuchst, benutze vor
allem deinen gesunden Menschenverstand.
Ein Pyrenäenberghund hinterlässt Spuren im
Haus.
Er lebt mit den Menschen – oder er tut es nicht.
Wenn du Folgendes siehst:
•
Zwinger
•
Ställe
•
Schuppen
•
Nebengebäude abseits des Hauses
… dann solltest du innehalten.
Ein Welpe, der überwiegend außerhalb des
Hauses aufwächst,
bekommt weniger Reize, weniger Alltag, weniger
Beziehung.
Oft hört man dann Sätze wie:
„Das hat keinen Einfluss auf das Verhalten.“
Unsere Erfahrung ist eindeutig:
•
Das stimmt nicht.
•
Solche Hunde sind häufiger:
•
unsicher
•
zurückhaltend
•
ängstlicher
•
schlechter sozialisiert
Siehe auch: Sozialisierung
Informiere dich – auch jenseits des Besuchs
Heute lässt sich viel herausfinden, wenn man
genau hinschaut.
Sieh dir die Social-Media-Kanäle des Züchters an
Geh mindestens ein Jahr zurück
Sind die Inhalte offen einsehbar?
Wird der Alltag mit den Hunden gezeigt?
Wenn alles abgeschirmt ist oder kaum Einblicke
bestehen,
dann ist das meist kein Zufall.
OCD, HD & Co. – Klartext
OCD kann den gesamten Körper betreffen
– nicht nur Hüfte oder Ellbogen.
Eine offizielle OCD-Beurteilung ist derzeit
nur in Deutschland möglich
über spezialisierte Gremien mit FCI-
Anerkennung. Die VDH, Raad van Beheer
ist dafür nicht zuständig- Tierärzte dürfen
keine offiziellen Bewertungen abgeben
Wir füttern keine Illusionen:
HD C ist eine knöcherne Abweichung
Eine niedrige Norberg-Wert erhöht das
Risiko weiter
„Starke Linien“ kompensieren das nicht
Mit solchen Hunden zu züchten ist für uns
keine Option.
Nimm dir Zeit – triff keine Entscheidung
über Nacht
Ein guter Züchter:
•
lädt dich ein
•
hat nichts zu verbergen
•
lässt mehrere Besuche zu
•
lebt täglich mit seinen Hunden
Gut sozialisierte Welpen zeigen:
Neugier
Freundlichkeit
Offenheit
Nicht jede Reaktion muss gleich sein –
aber Angst und extreme Zurückhaltung sind
Warnsignale.
Ein erfahrener Züchter kennt seine Welpen:
welcher ist ruhiger
welcher selbstständiger
welcher sensibler
Er kann einschätzen, welcher Welpe zu welchem
Menschen passt. Diese Entscheidung sollte
gemeinsam getroffen werden.
Gesundheit ist keine Verhandlungssache
Ein verantwortungsvoller Züchter tut alles,
um einen gesunden Start ins Leben zu ermöglichen.
Bestehe immer auf:
•
offiziellen FCI-Bewertungen
•
schriftlichen Gesundheitsnachweisen
Nicht:
„Der Tierarzt hat gesagt …“
Sondern:
offiziell bewertet – nachvollziehbar – dokumentiert
Frage den Züchter schriftlich (per E-Mail), ob ihm in
seinen Linien bekannt sind:
•
Epilepsie
•
Autoimmunerkrankungen
•
Addison
•
Nierenerkrankungen
•
Augenkrankheiten
•
Blut- oder Darmerkrankungen
Will er das nicht beantworten,
weißt du genug.
Genpool – anders denken
Oft hört man:
„Sonst wird der Genpool zu klein.“
Unsere Erfahrung zeigt:
Der Genpool wird nicht kleiner,
weil man kranke Hunde ausschließt –
sondern weil immer dieselben Hunde eingesetzt
werden.
immer die gleichen Rüden
immer die gleichen Sieger
immer derselbe Kreis
Man könnte auch:
gesunde, getestete Hunde außerhalb des
Rampenlichts einsetzen
Geschwisterlinien bewusst berücksichtigen
Hündinnen nicht überbeanspruchen
Wir selbst:
nutzen eine Hündin maximal zweimal im Leben
setzen nicht nur auf Rüden, sondern auch auf
genetische Vielfalt bei Hündinnen
Das ist Verantwortung – kein Glücksspiel.
Woran erkennt man einen gesunden
Welpen?
Achte unter anderem auf:
Saubere Ohren, keine Krusten, kein übermäßiges
schwarzes Ohrsekret
Korrektes Gebiss (kein Über- oder Unterbiss)
Klare Augen ohne Ausfluss
Saubere Nase ohne Sekret
Glänzendes Fell ohne starke Schuppen, ohne
Flohkot
Saubere Hinterhand – kein Durchfall, kein
aufgeblähter Bauch
Am Ende eine ehrliche Frage an
dich selbst
Mach dir nicht nur eine Liste,
was du vom Hund erwartest –
sondern auch eine Liste mit dem,
was du ihm ein Leben lang geben
kannst.
Ein Pyrenäenberghund ist kein Objekt.
Für uns ist er ein Familienmitglied.
Ein Wesen mit Bedürfnissen, Gefühlen
und Bindung.
Diese Verantwortung endet nicht nach
dem Kauf –
sie beginnt dort erst.
Hinweis:
Weitere Vertiefung findest du unter:
Rassemerkmale
Sozialisierung
Zuchtphilosophie
Handbuch
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